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Am 7. Mai 2001 verschwand Peggy!
Im Gedenken an das Verschwinden von Peggy vor 9 Jahren hatte die Bürgerinitiative zu einem Treffen eingeladen. Den Anwesenden, darunter Schulfreundinnen von Peggy, konnte an Hand von klaren Fakten dargelegt werden, wie eine Verurteilung von Ulvi möglich wurde; tatsächlich hat ein Mord am 7. Mai 2001 in Lichtenberg nie stattgefunden.
Peggys Vater mit Familie hatten der Zusammenkunft einen besonderen Rahmen gegeben; Peggys Stiefbruder hatte eigens für Peggy ein Lied selbst gedichtet und vorgetragen.
Lied für Peggy
von Peggys Bruder Nico
Peggy meine Schwester, wo bist du nur? Ich bin dein Bruder und ruf nach dir, ohne dich ist mein Leben leer, ich liebe dich meine Schwester! Ich heiße Nico und suche nach dir, dein Vater vermisst dich so sehr, er liebt dich und sucht nach dir, viele Freunde von dir trauern mit uns, wir lieben dich und suchen nach dir, eins will ich noch sagen hier und jetzt, wir lieben dich und finden dich !!!
Die Hoffnung stirbt zuletzt!
Jetzt will ich noch ein paar Worte sagen.
Wir vermissen alle Peggy, doch eins werden wir nie verlieren, die Hoffnung Peggy wieder zu finden. Aber eigentlich ist sie gar nicht so weit weg, denn sie ist für immer in unserem Herzen und auch ihre blauen Augen und ihr Lächeln werden wir nie vergessen.
Ausgabe über den Fall Ulvi einen gewaltigen Sprung nach vorne!
(Quotennews Redakteur Manuel Weis)
Bislang habe man von der neuen SAT 1 Krimi-Doku „Urteil Mord“ nicht von einem Hit sprechen können. Die zweite Folge habe ebenfalls nur siebeneinhalb Prozent Marktanteil in der Zielgruppe geholt. Noch in der zurückliegenden Woche sei man eher nicht mehr davon ausgegangen, dass sich die Stampfwerk-Produktion noch zu einem Erfolg entwickelt.
Ausgabe drei machte aber einen gewaltigen Sprung nach vorne.
Das Format der gezeigten Ausgabe mit Ulvi Kulac und dem Rätsel um die verschwundene Peggy lag mit 10,9 Prozent Marktanteil erstmals oberhalb des Senderschnitts!
Resonanz in der Öffentlichkeit
Die Resonanz des Filmbeitrages Urteil Mord – Mord ohne Leiche - am 21.3.2010 in SAT 1 über den Fall Ulvi war überwältigend; Tausende hatten innerhalb weniger Tage die Website von Ulvi besucht, wohlwollende Einträge wurden ins Gästebuch geschrieben!
Überwältigend waren die rührenden Anrufe voller Anteilnahme bei Ulvis Eltern von Bürgern aus allen Regionen unseres Landes sowie dem Ausland alle mit dem gleichen Inhalt: das Urteil gegen Ulvi ist eine riesengroße Schweinerei!
Menschen waren sofort zu einer Spende für die Eltern von Ulvi bereit!
Selbst Juristen meldeten sich zu Wort mit der Bemerkung: „mit dem Urteil da stinkt etwas gewaltig!“
Ein Opfer-Anwalt bot seine Mitarbeit an; für ihn ist Ulvi ein Opfer!
Bürger der hiesigen Region befanden dies ebenso verbunden mit der Frage, warum Medien vor Ort wie Frankenpost, Radio Euroherz oder Oberfranken TV nicht darüber berichten, sondern sich in Stillschweigen hüllen??
BILD verweist in ihrer heutigen Ausgabe auf die Sendung in SAT 1 am Sonntag um 22.15 Uhr
“Peggys Mörder jammert im TV“
Tatsächlich „jammert“ Ulvi nicht, sondern ihm wird erstmals seit seiner Unterbringung die Möglichkeit gegeben, in der Öffentlichkeit über die tatsächlichen Vorgänge zu berichten.
„Peggys Mutter Susanne K. macht das wütend“.
Das ist sehr verständlich; hat sie wohl Angst, dass nunmehr die Wahrheit -nämlich ihre Lügen - ans Tageslicht kommen?
Peggys Mutter hat durch ihre Falschaussagen im Prozess (allesamt aktenkundig und durch Zeugen belegt!) bewusst in Kauf genommen bzw. in der Absicht falsch ausgesagt, dass Ulvi als Mörder ihrer Tochter verurteilt werden konnte.
Ein Ermittlungsverfahren bezüglich dieser aktenkundigen Falschaussagen gegen Frau K. wurde zwar eingestellt, jedoch erging der Hinweis von Staatsanwalt Zuber Hof im Beschluss vom 9.6.2008, dass dies für ein etwaiges Wiederaufnahmeverfahren relevant sei.
In SAT 1 wurde eine 6-teilige TV-Serie gestartet mit dem Titel Urteil Mord - auf Spurensuche hinter Gittern.
Im Rahmen dieser Sendungen berichtet SAT 1 am 21.März 2010 um 22.15 Uhr
über den Fall Ulvi K.; der weltweit bekannte Kriminalpsychologe Dr. Thomas Müller aus Österreich analysiert den angeblichen Mord an der 9-jährigen Peggy, deren Leiche man nie fand.
Ein Fernsehteam der Hamburger Stampfwerk GmbH hatte zusammen mit Dr. Thomas Müller am 13.11.2008 den angeblichen Tathergang in Lichtenberg noch einmal rekonstruiert; Lichtenberger Zeugen finden sich in dem Film wieder.
Als Betreuerin von Ulvi war ich bei den Dreharbeiten sowie bei dem am nächsten Tag stattgefundenen Interview von Dr. Müller mit Ulvi im Bezirkskrankenhaus Bayreuth zugegen.
Erstmals seit seiner Unterbringung in der Psychiatrie 2001 kommt Ulvi selbst zu Wort und der Zuschauer kann sich ein Urteil über Ulvi bilden.
Ulvi (32) kann auf Grund seiner geistigen Behinderung wenig zum Gelingen des Interviews beitragen. Er weiß zwar, wie lange er sich bereits in der Psychiatrie befindet, wann er in die Schule gekommen ist, weiß er jedoch nicht; „das ist schon lange her“.
Von Dr. Müller nach dem Grund seiner Unterbringung in der Psychiatrie gefragt, erklärt Ulvi, dass er sich vor Kindern entblößt habe; die Kinder hätten ihn gehänselt, gelacht und seien weggelaufen. Peggy habe er nie belästigt. Er habe sich bestimmte Sachen ausgedacht, weil man sie von ihm hören wollte: Die Kripo habe ihn fix und fertig gemacht und ihn angegriffen, was weh getan hatte. Er nennt auch die Namen der beiden Ermittler.
Weiter erklärt Ulvi Herrn Dr. Müller, er wäre im Bezirkskrankenhaus, weil er die Peggy umgebracht haben soll, was aber nicht stimmt. Sein größter Wunsch sei, dass Peggy lebend wieder auftaucht.
Resümee:
Für Dr. Müller ist es schwer nachvollziehbar, dass sich tatsächlich an diesem 7.Mai 2001 in Lichtenberg ein Mord ereignet haben soll; ein Mord ohne Leiche, ein geistig behinderter junger Mann und jede Menge ungeklärte Fragen!!
Gudrun Rödel
Der dicke Hund des Monats
Gut, dass es in Deutschland keine Todesstrafe gibt. Dann wäre Ulvi K. aus Lichtenberg vielleicht nicht mehr am Leben. Er wurde in Hof wegen Mordes an der damals neunjährigen Peggy Knobloch (Foto) verurteilt. Zwar hatte der geistig behinderte junge Mann die Tat gestanden, später aber widerrufen. Die kleine Peggy ist seit Mai 2001 wie vom Erdboden verschwunden. Ihre Leiche wurde innerhalb dieser achteinhalb Jahre nicht gefunden. Gibt es überhaupt eine Leiche? Oder kann es sein, dass Peggy noch lebt, heute als sicherlich hübsches 17-jähriges Mädchen? Bei den damaligen polizeilichen Ermittlungen gab es Pannen über Pannen, Schlampereien über Schlampereien. Von einem ungeheuerlichen Polizeiskandal spricht gar der 50-jährige Bestseller-Autor Friedrich Ani. In einem AZ-Interview begründet er dies mit den eigenartigen Ermittlungsmethoden der Polizei. Man habe den Mann (Ulvi), der geistig auf dem Stand eines zehnjährigen Kindes ist, weichgeklopft, bis er dann irgendwann ein Geständnis abgelegt hat, das diesen Namen nicht ernsthaft verdient. Allein die Umstände, unter denen es zustande gekommen sei, sprächen Bände. Ulvi habe Dutzende von Vernehmungen über sich ergehen lassen müssen, ohne dass sich auch nur ansatzweise belastbare Erkenntnisse für einen Mordverdacht ergeben hätten. Sein Geständnis soll er abgegeben haben, nachdem sein Anwalt gerade gegangen war. Und ausgerechnet in diesem Moment sei das Tonband kaputtgegangen. So viel Stoff, dass Autor Friedrich Ani einen Krimi darüber schrieb: „Totsein verjährt nicht“. Ani fordert nach seiner Einsicht in die Ermittlungsakten eine Wiederaufnahme des Verfahrens. Dass dies nicht schon längst geschehen ist, wie es auch eine Bürgerinitiative fordert, ist für uns der Dicke Hund des Monats.
von extra Medien Marketing Hof 29.10.09
Nürnberger AZ Bericht vom 24.10.2009
Vermisste Peggy wird zur Romanfigur
Am 9. Mai 2001 verschwand die kleine Peggy Knobloch spurlos aus ihrem Heimatort Lichtenberg in Oberfranken. Obwohl ihre Leiche nie gefunden werden konnte und es keine konkreten Hinweise auf ein Verbrechen gibt, wurde ein geistig behinderter Dorfbewohner Ulvi K. in einem Indizienprozess zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt. Grundlage der Entscheidung, die von vielen als Skandal angesehen wird, bildete ein fragwürdiges Geständnis des Mannes.
Die Zweifel an der Täterschaft des Behinderten, der sich geistig auf dem Stand eines zehnjährigen Kindes befindet, schlagen sich in einer Bürgerinitiative nieder, die seit Jahren ein Wiederaufnahmeverfahren anstrebt. Auch Erfolgsautor Friedrich Ani, der den Berg an Ermittlungsakten einsehen konnte, spricht unverblühmt von einem Polizei-Skandal.
Er beschäftigt sich in seinem neuesten Roman “Totsein verjährt nicht” mit dem spektakulären Fall, der großen Niederschlag in den Medien fand. Auch ist Ani persönlich davon überzeugt, dass der verurteilte Gastwirtssohn den Mord niemals begangen hat. Die Sonderkommission der Polizei, so sein Vorwurf, habe sich eine Fülle von nachweisbaren Ermittlungsfehlern geleistet.
Gekürztes Interview von Chefreporter der Nürnberger Abendzeitung,Helmut Reister, mit dem Autor des Romans „Totsein verjährt nicht“ Friedrich Ani in der Ausgabe vom 24.10.2009
“ Ein ungeheurer Polizeiskandal!”
Der Bestseller-Autor Friedrich Ani (50) über seinen neuen Roman, der Frankens spektakulärsten Mordfall um die kleine Peggy Knobloch zum Vorbild hat - und warum er das Verfahren gegen den Täter für nicht rechtsstaatlich hält
Friedrich Ani zählt zu den profiliertesten Kriminalschriftstellern Deutschlands. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. In seinem neuesten Roman “Totsein verjährt nicht” beschäftigt er sich mit dem Schicksal von Peggy Knobloch aus Lichtenberg (Oberfranken), die im Frühjahr 2001 spurlos verschwand. Ani, der auch eine Reihe von Jugendbüchern und Lyrikbänden veröffentlicht hat, ist auch als Drehbuchautor für Fernsehspiele und wie “Tatort” “Stahlnetz”, “Rosa Roth” oder “Ein Fall für zwei” in Erscheinung getreten. Er wurde unter anderem auch bereits mit dem begehrten deutschen Krimipreis ausgezeichnet. AZ sprach mit ihm über sein neuestes Buch:
AZ: Auch wenn in Ihrem Buch die handelnden Personen andere Namen tragen und der Schauplatz nach München verlegt wurde: Die Parallelen sind nicht zu übersehen. Ihr neues Buch dreht sich um das spurlose Verschwinden der kleinen Peggy aus Lichtenberg. Auf dem Titelblatt steht eindeutig “Roman”. Ist es aber letztendlich nicht doch eher eine Art Dokumentation geworden?
Friedrich Ani: Ich habe nur den realen Fall als Vorlage für den Roman genommen. Das Buch ist Fiktion, das will ich schon festhalten.
Gut, dann nähern wir uns der Angelegenheit mal von einer anderen Seite. Wie gut kennen Sie den realen Kriminalfall?
Ich kann jetzt nicht hergehen und ruhigen Gewissens behaupten, dass ich die Wirklichkeit kenne. Also das, was damals in dem Ort tatsächlich gelaufen ist. Aber ich kenne eine Menge Akten, auch Sachen, die nie in dem Verfahren öffentlich gemacht wurden. Ich habe unzählige Menschen gesprochen, vor Ort intensiv recherchiert ...
... und sind schließlich zu welchem Ergebnis gekommen?
Dass es sich auf jeden Fall um einen ungeheuren Polizeiskandal handelt!
Sie meinen damit wohl die Verurteilung des geistig behinderten Gastwirtssohn Ulvi als Peggys Mörder?
Das ist das Ergebnis höchst eigenartiger Ermittlungsmethoden. Man hat den Mann, der geistig auf dem Stand eines 10-jährigen Kindes ist, weich geklopft, bis er dann irgendwann ein Geständnis abgelegt hat, das diesen Namen nicht ernsthaft verdient. Allein die Umstände, unter denen es zustande gekommen ist, spricht Bände.
Welche Umstände meinen Sie?
Ulvi hat Dutzende von Vernehmungen über sich ergehen müssen, ohne dass sich dabei auch nur ansatzweise belastbare Erkenntnisse für einen Mordverdacht ergeben hätten. Und dann, nach einem weiteren endlosen Dauerverhör soll er gerade ein Geständnis abgelegt haben, als die Vernehmung bereits abgeschlossen und sein Anwalt gegangen war. Und ausgerechnet dann soll auch noch das Tonband kaputt gegangen sein, so dass auch keine diesbezügliche Aufnahme vorliegt. Das ist ein bischen viel auf einmal.
Sie gehen also davon aus, dass Ulvi nicht der Mörder der verschwundenen Peggy Knobloch ist?
Ich gehe in erster Linie davon aus, dass er unter den gegebenen Umständen niemals als Mörder hätte verurteilt werden können. Mit Rechtsstaatlichkeit hatte das Verfahren nichts mehr zu tun. Da wurde von der Polizei offensichtlich ein Mörder gesucht, um einen Erfolg vorweisen zu können - Mit allen Mitteln!
Ist denn überhaupt ein Mord in Lichtenberg passiert? In Ihrem Buch wird eine mögliche Lösung angeboten.
Ich hoffe, dass es zu einem Wiederaufnahmeverfahren kommt und Ulvi eine echte Chance bekommt. Was mit Peggy vor gut 8 Jahren tatsächlich passiert ist, vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht ist sie verschleppt worden und lebt noch. Vielleicht ist sie aber auch tatsächlich das Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Ich weiß es nicht. Aber ich wage zu behaupten, dass es in Lichtenberg etliche Menschen gibt, die über die damaligen Geschehnisse mehr wissen, als sie zugeben wollen.
Zum Beispiel Ulvis Vater? Die Polizei ließ einmal verlauten, dass er es gewesen sein könnte, der seinem Sohn bei der Beseitigung der spurlos verschwundenen Leiche geholfen hat.
Das ist ein weiteres Detail des Ermittlungs - Skandals. Es gibt dafür nicht einmal ansatzweise den geringsten Hinweis. Die Behauptung ist ein Konstrukt der Behörden.
Der Fall Peggy scheint Sie auch persönlich tief zu berühren. Ist das der richtige Eindruck?
“Ja”.
Rundfunk BR 2 7.10.2009
berichtet im „Heimatspiegel“ über Literatur aus, von und Der Fall Peggy scheint sie auch persönlich ganz tief zu berühren. Ist das der richtige Eindruck?über Franken. In der Sendung wird schwerer Lesestoff im Roman „Totsein verjährt nicht“ von Friedrich Ani vorgestellt; zumindest dürfte es für einige Menschen in Lichtenberg keine einfache Lektüre sein. Es geht um einen Kriminalroman, der auf einer wahren Geschichte beruht.
Am 7.5.01 ist in Lichtenberg im Landkreis Hof die 9- jährige Peggy Knobloch spurlos verschwunden. 3 Jahre später verurteilt das Landgericht Hof den damals 27- jährigen geistig zurück gebliebenen Ulvi Kulac wegen Mordes zu lebenslanger Haft.
Das Ganze war aber ein zweifelhafter Prozess ohne Leiche und ohne DNA-Spuren.
Der bekannte Münchner Kriminalautor Friedrich Ani hat aus dem Fall Peggy einen Fall für seinen Münchner Ermittler Polonius Fischer gemacht. Er sagt, er will damit menschliche und gesellschaftliche Abgründe aufzeigen. Ob ihm das aber gelingt? Tanja Oppelt hat das Buch gelesen und mit dem Autor gesprochen.
„Der Fall spielt in München und nicht in Lichtenberg und das verschwundene Mädchen heisst Scarlett und nicht Peggy.
Ansonsten hat sich Friedrich Ani an das gehalten, was ihm die Realität vorgegeben hat. Ein geistig zurück gebliebener junger Mann ist für einen Mord verurteilt worden, von dem keiner mit Sicherheit sagen kann, ob er tatsächlich stattgefunden hat!
6 Jahre nach Scarletts Verschwinden bekommt der Münchner Kommissar Polonius Fischer einen Brief von einem ehemaligen Mitschüler des Mädchens, der sie auf dem Marienplatz gesehen haben will – lebend!
„Sie glauben mir, das weiß ich und Sie werden jetzt, wenn Sie lesen, was ich erlebt habe, handeln und sich von Ihren Kollegen und Vorgesetzten nicht einschüchtern lassen. Ich habe Scarlett Peters erkannt“.
Polonius Fischer nimmt die Ermittlungen wieder auf, heimlich und anfangs nur um sich abzulenken. Seine Lebensgefährtin – eine Taxifahrerin – ist bei einem brutalen Überfall zusammengeschlagen worden und liegt im Koma.
Der Kommissar trifft auf immer mehr Ungereimtheiten und Widersprüche im Fall Scarlett, zweifelt an der Arbeit und Integrität seiner Kollegen.
Der Autor Friedrich Ani hat lange recherchiert im Fall Peggy Knobloch. Durch Kontakte hatte er Zugang zu Polizeiakten, die die Öffentlichkeit nicht kennt.
„ Im Fall Peggy war es so, dass bestimmte Aussagen oder Ermittlungsergebnisse einfach nicht stimmen konnten und im nach hinein hat sich herausgestellt, dass einfach offensichtlich Fehler gemacht wurden oder – wie es mir scheint – absichtlich, aus welchen Gründen auch immer, falsche Dinge als Fakten angenommen wurden.
Dieser Fall ist in meinen Augen einer der größten Polizeiskandale in der bundesrepublikanischen Kriminalgeschichte!“
„Totsein verjährt nicht“ ist kein klassischer Krimi, in dem es darum geht, nach einer Tat stringent einen Täter zu überführen. Friedrich Ani zeigt statt dessen menschliche und gesellschaftliche Abgründe.
Polonius Fischer, der ehemalige Mönch, wandert verschlossen, fast autistisch und unglaublich zornig durch das Buch, immer kurz vor der Explosion. Die Verhörmethoden seiner Kollegen schockieren ihn:
eine 11-stündige Vernehmung ohne Pausen durchzuführen ist nicht ungesetzlich, dachte Fischer, aber es ist unmenschlich!
einen geistig Behinderten 24- Jährigen 11 Stunden lang ohne Pausen zu vernehmen ist nicht unmenschlich, dachte Fischer, aber es ist eine Schande für die Polizei!
einen behinderten Mann mit dem Geisteszustand eines 10-Jährigen 11 Stunden lang ohnePausen und ohne Rechtsbeistand zu vernehmen, dachte Fischer, das grenzt an Folter!
Auch im realen Fall Peggy Knobloch hat der verurteilte Mörder Ulvi Kulac der Polizei tätliche Angriffe vorgeworfen. Die Ermittlungen verliefen im Sande.
Den Schriftsteller Friedrich Ani lässt der Fall nicht mehr los.
„Da wird der Verdächtige einfach mürbe gemacht, dieses Mürbemachen ist ein Teil der Taktik und insofern muss man auch darüber schreiben, weil es ständig passiert.Es ist ein Buch, das davon erzählt, wie wichtig es ist, sich nicht immer auf das Scheinbare zu verlassen, auch wenn es von der Polizei als wahr und als einzig wahr hingestellt wird.“
Die fiktive Lösung des Falls in „Totsein verjährt nicht“ ist verstörend, noch verstörender ist allerdings, dass im realen Fall Peggy diese Fragen, die im Roman letztendlich beantwortet werden, weiter offen bleiben!
Friedrich Ani will sich zusammen mit einer Bürgerinitiative für eine Wiederaufnahme des Falles einsetzen.
Empfehlung für den Leser, aber auch Hörer (Hörbuch)
Totsein verjährt nicht
von Friedrich Ani,
der als bester deutscher Kriminalautor mit einer brillanten Schreibkunst bezeichnet wird; dieses Buch sei anspruchsvoll und
teilweise schmerzhaft!
Sein Roman basiert auf dem realen Fall, dem Verschwinden von Peggy 2001!
„Dort heißt das Mädchen Scarlett und es fehlt seit 6 Jahren von ihm jede Spur. Jonathan, geistig zurückgeblieben, wurde wegen
Mordes an dem Mädchen zu lebenslanger Haft verurteilt, obwohl es keine Leiche gab und der junge Mann später sein Geständnis
widerrufen hat. Bis zum höchsten bundesdeutschen Gericht wurde das Urteil bestätigt.“
Polonius Fischer, der ehemalige Kommissar, greift diesen Fall wieder auf, „ermittelt gegen den Willen seiner Vorgesetzten und entdeckt
die schwersten Ermittlungsfehler und Vertuschungen.“
Friedrich Ani mutet den Lesern nichts anderes zu, „als die ungeschönte, grausame und sinnlose Wirklichkeit. Es gibt Textpassagen,
bei deren Lesen man über die Kälte der Menschen, die dort beschrieben wird, verzweifeln und laut aufschreien könnte. Doch gibt es auch
immer wieder wunderbare Stellen, Lieder der Hoffnung sozusagen, doch sie werden nicht zu Ende gesungen.“
(Auszüge aus der Rezension von Winfried Stanzick aus Ober-Ramstadt in Hessen)
Lichtenberger gedenken einer Tragödie
Unter dieser Überschrift berichtete die „Frankenpost“ über den 7. Mai 09, an dem in Lichtenberg ein Gedenkgottesdienst für Peggy stattfand.
Vor 8 Jahren - am 7. Mai 2001 - verschwand Peggy Knobloch und bis heute fehlt jede Spur von ihr!
Im Anschluss an den Gedenkgottesdienst erinnerte die Bürgerinitiative „Gerechtigkeit für Ulvi“ im Rahmen einer Mahnwache an Ulvi, der unschuldig durch das Hofer Landgericht wegen Mordes an Peggy verurteilt wurde Zusammen mit seiner Familie und Freunden hatte der leibliche Vater von Peggy durch Plakate
„Bitte sucht nach mir!“ „Peggy – immer noch vermisst“
gefordert, die Suche nach Peggy wieder aufzunehmen. Die einzige, die fehlte, war Peggys Mutter!
Die Anwesenden einer sehr gut besuchten Gesprächsrunde konnten erleben, wie dem Bayreuther Anwalt Ortwin Lowack die Zornesröte ins Gesicht gestiegen war bei seinen Ausführungen, wie man Ulvi zu einem Geständnis gebracht hatte; nämlich nach stundenlangen Vernehmungen ohne seinen Rechtsanwalt – das Protokoll umfasst 543 Seiten – unter dem Vorhalt, man habe Blut von Peggy an seiner Kleidung gefunden, was tatsächlich nie gefunden worden war. Anwesend waren auch ehemalige Klassenkameraden von Peggy, die sich genau erinnern konnten, dass Peggy nicht gern nach Hause ging, sie Angst vor ihrem Stiefvater hatte und wie sie ihnen blaue Flecken auf dem Rücken gezeigt hatte.
Auch hatte ein Prozessbeobachter berichtet, dass seiner Meinung nach bereits vor Prozessbeginn Ulvi als Täter feststand.
TV SAT I berichtete ebenfalls vom Verschwinden der Peggy Knobloch vor 8 Jahren und der zweifelhaften Verurteilung von Ulvi.
Frau Ina Jung, die an einer Dokumentation über den Fall Peggy arbeitet, erklärte: „es ist ein großes Wort zu sagen, es ist ein Justizskandal. Aber nachdem es Aktenmaterial gibt, nachdem ich mit so vielen Menschen gesprochen habe, die wirklich sehr involviert waren in diese Geschichte und ich so viele Hintergründe erfahren habe, muss ich sagen:
“ ja, das ist ein Justizskandal!“
Frau Jung hatte bereits mit nachstehendem Beitrag in der Münchner AZ aufmerksam gemacht, dass vor 8 Jahren Peggy verschwand.
„Zum Jahrestag: Gottesdienst und Mahnwache für ein vermisstes Kind
Das verschwundene Mädchen
Am 7. Mai 2001 kommt Peggy aus Lichtenberg nicht von der Schule nach Hause. Die Polizei findet keine Leiche – aber einen Mörder. Der Vater des Opfers hält den Mann bis heute für unschuldig
Heute vor 8 Jahren verschwand ein kleines Mädchen spurlos im oberfränkischen Lichtenberg, einem Ort nahe der tschechischen Grenze. Hübsch, stahlblaue Augen, blonde Haare, neun Jahre alt; Peggy Knobloch. Seit 2005 sucht dieses Mädchen niemand mehr. Für das Gericht ist der Fall erledigt. Es gibt einen rechtskräftig zu lebenslanger Haft verurteilten Mörder, Ulvi K. (32).
Auch Peggys Mutter hat mit dem Verlust abgeschlossen. Sie ließ einen aufwändigen Grabstein in einem anderen Ort errichten, in dem sie vorübergehend lebte und aus dem sie bald wieder verschwand. Als Todestag ist auf dem Stein das Datum eingemeißelt, an dem Peggy verschwand: “7. Mai 2001”.
Peggys leiblicher Vater Mario Schwenk glaubt nicht , dass Ulvi K. seine Tochter ermordet hat. Er hält den Gastwirtssohn für unschuldig. Heute wird Schwenk mit einem selbst entworfenen Plakat auf das ungeklärte Schicksal seiner Tochter aufmerksam machen: „Peggy – seit 2001 immer noch vermisst! Sucht weiter nach mir!“
Ein großer grauer Stein, sonst nichts; Das Kindergrab ist leer!
In Schwenks Augen ist der geistig behinderte junge Mann der Sündenbock, den Polizei und Justiz brauchten, um die Akte endgültig schließen zu können. Gudrun Rödel, Ulvis vom Amtsgericht bestimmte Betreuerin und Anwaltssekretärin, sagt dazu: „Was die Einsicht in die Prozessakten tatsächlich an den Tag brachte, überstieg meine Vorstellungskraft. Der Akteninhalt zeigt eindeutig, dass an diesem 7. Mai 2001 nie ein Mord an Peggy stattgefunden hat und Ulvi für etwas büßen muss, was er nicht getan hat”.
Auch der Bayreuther Rechtsanwalt Ortwin Lowack, der sich des Falls angenommen hat, erklärt: „Mosaikartig konnten viele Versäumnisse der Ermittlungsbehörden zwischenzeitlich zusammengetragen werden.“ Er setzt auf ein Wiederaufnahmeverfahren, hat eine lange Liste von offenen Fragen und hofft, „dass der Verurteilte eine Chance zu einem Freispruch erhält“.
Tatsache ist: Es gibt keine Leiche. Es gibt nicht einmal Indizien für einen Mord. Es gibt nur das Geständnis eines geistig zurückgebliebenen 24-Jährigen. Es wurde nach Akteneinsicht belegbar unter psychischem Druck erzwungen. Der Vernehmungsmarathon – das Protokoll umfasst 543 Seiten fand ohne Rechtsbeistand statt. Zwei Tage später widerrief Ulvi K.
Der Bundesgerichtshof lehnt 2005 die Revision ab
Der junge Mann aus Lichtenberg, der als Kind an Gehirnhautentzündung erkrankte, ist auch unter Polizeibeamten bekannt als argloser, freundlicher Mitbürger, der allerdings zum Exhibitionismus neigt. Doch obwohl die Staatsanwaltschaft ihn wegen mehrerer Fälle von sexuellen Missbrauch anklagte, wurde Ulvi K. aus Mangel an Beweisen von fast allen Vorwürfen freigesprochen. Einen Missbrauch aber hatte er angeblich begangen – den an Peggy Knobloch.
Diese Tat nämlich soll das Motiv gewesen sein für den Mord an der 9-Jährigen. Sie wollte Ulvi verraten, so die Ermittler
Beides – Motiv und Mord – schloss die erste Sonderkommission der Kripo unter Hauptkommissar Herbert Manhart aus. In einem Pressebericht der Soko I hieß es, es gebe keinerlei Zeugen oder Sachbeweise für einen sexuellen Kontakt zwischen Peggy und Ulvi. Und dass Ulvi etwas mit dem Verschwinden von Peggy zu tun habe, könne ebenfalls nicht bewiesen werden.
Ein Jahr später wechselte der damalige Innenminister Günther Beckstein – ein Novum in der bayerischen Justizgeschichte – die Ermittlergruppe aus. Kriminaldirektor Wolfgang Geier übernahm die Soko 2. Indizien oder Zeugen für einen sexuellen Missbrauch an Peggy oder gar Beweise für einen Mord fand auch er nicht. Dennoch präsentierten die Fahnder nach wenigen Monaten einen Tatverdächtigen, der – wie Geier selbst anmerkte – auf dem geistigen Niveau eines „Erstklässlers“ stehen geblieben sei. Ausgerechnet er sollte den perfekten Mord begangen haben. Einen Mord ohne Leiche, ohne Zeugen, ohne Spuren.
Das Mord-Urteil vom 30.4.2004 stand von Anfang an auf wackeligen Beinen. Trotzdem lehnte der Bundesgerichtshof (BGH) 2005 eine Revision ab. Rechtsanwalt Lowack vermutet, „dass man das Urteil, das in sich widersprüchlich ist, gar nicht gelesen haben kann“.
Unzählige Fragen sind daher bis zum heutigen Tag geblieben:
Warum wurden ausgerechnet solche Zeugen für glaubwürdig erklärt, die Ulvi nach Jahren erstmalig belasteten, Entlastungszeugen der ersten Stunde aber gar nicht erst vorgeladen?
Eine Zeugin hatte Peggy noch nach dem angeblichen Mord (gegen 13.15 Uhr), nämlich um 13.25 Uhr, aus dem fahrenden Bus heraus gesehen. Warum wurde ihre Aussage um 10 Minuten vorverlegt? Demnach hätte der Bus auf einer Fahrstrecke, für die er immer dieselbe Zeit benötigte, plötzlich 10 Minuten eingespart. Die Tachoscheibe des Busses belegte die Aussage der Zeugin.
Zeugen wollen die Neunjährige später noch gesehen haben
Warum behaupten Ermittler, Zeugen, die Peggy gesehen haben wollen hätten sie mit einer anderen Schülerin verwechsel? Der Vater dieses Mädchens hat mehrfach betont, seine Tochter sei an diesem Tag gar nicht in Lichtenberg gewesen.
Vor allem aber fragt sich Ortwin Lowack: Wie konnte es dazu kommen, dass der geistig behinderte Ulvi K., der nur sehr schwer komplizierten Fragen folgen kann, nach 543 Seiten Verhörprotokolls in Abwesenheit seines Verteidigers, nur deshalb zu einem Geständnis gebracht werden konnte, weil ihm der vernehmende Beamte vorhielt, an seiner Kleidung sei Blut festgestellt worden, wobei dieser Vorhalt schlichtweg falsch war?“
Ebenfalls merkwürdig: Bis zum Abend des 7. Mai 2001 wollen Zeugen die Neunjährige noch in Lichtenberg gesehen haben. Auch am Tag darauf soll Peggy an der Hand einer südländisch aussehenden Frau über eine Wiese nahe ihrer Wohnung zur Hauptstraße gelaufen sein. Fußspuren und nieder getretenes Gras wurden polizeilich bestätigt.
Peggy lebte mit ihrer Mutter, dem türkischen Stiefvater und der 5 Jahre jüngeren Halbschwester in Lichtenberg. Theorien, was wirklich geschehen sein könnte, kursieren viele: Entführung durch den Stiefvater, Verkauf in die Kinderprostitution. Spuren dahingehend wurden auch von der Polizei verfolgt. Die Ermittlungen gestalteten sich, wie in den Akten nachzulesen ist, mühsam.
Sicher ist, dass Peggy Angst vor ihrem Stiefvater hatte. Dass dieser sich – laut Zeugenaussagen – an ihr vergriffen haben muss. Peggy war ein Mädchen, das nicht gern nach Hause kam und immer wieder bettelte, von anderen Familien aufgenommen zu werden. Daheim, behauptete Peggy, werde sie sowieso nicht vermisst. Alles drehe sich nur um die Kleine.
Peggys leiblicher Vater kämpfte vergeblich um das Sorgerecht. Begründung der Jugendämter: „Wenn keine blauen Flecken festzustellen sind, ist das Kind bei der Mutter gut aufgehoben.“6 Jahre bemühte sich Mario Schwenk um Kontakte zu seiner Tochter Jetzt hat er Sorge, dass Peggy verschwand, weil er sie besuchen wollte.
Bleibt die zentrale Frage: Warum musste in diesem Vermisstenfall unbedingt ein Mörder gefunden werden? War der Druck der Öffentlichkeit und der Politik zu groß? Was geschah wirklich mit Peggy Knobloch?
Mit einem Gedenkgottesdienst und einer Mahnwache möchte man in Lichtenberg heute ein Zeichen setzen und die „Verantwortlichen in Politik und Justiz dazu veranlassen, dringend notwendige Konsequenzen zu ziehen“, wie Ulvis Betreuerin Gudrun Rödel sagt.
Im Oktober wird ein Nachbar wegen Missbrauchs verurteilt
Im Oktober 2008 erschütterte erneut eine Nachricht den Ort Lichtenberg. Ein 61-Jähriger hatte zwischen 1999 und 2003 seine Stiefenkelin und seine Patentochter sexuell missbraucht. Das Patenkind war so alt wie Peggy, ging zeitweise sogar mit ihr in die Klasse. Der Mann wohnte schräg gegenüber von Peggys Familie. Leichenspürhunde fanden in seinem Haus Kleidungsstücke mit DNA-Spuren, die angeblich nicht zuzuordnen waren. Kurze Zeit später fand der Prozess statt. Das Urteil wurde am Ende des dritten Verhandlungstages gefällt, der Täter zu 3 Jahren Haft verurteilt. Als der Name Peggy fiel, kamen ihm die Tränen!“
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