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im Gericht mit Ulvi
interview

 

 

Ein großer Sieg – Freispruch

 1. Klasse

aktualisiert am 16.08. 2015                                                    

 

 

Chronologie

 

Am 7. Mai 2001 verschwindet im Oberfränkischen Lichtenberg die 9-jährige Peggy Knobloch.

Im Pressebericht der Soko I vom 23. Januar 2002 wird erklärt, dass kein Beweis erbracht werden konnte, dass der geistig behinderte Ulvi Kulac etwas mit dem Verschwinden der Peggy Knobloch zu tun hat. Er kann für diesen Tag ein einwandfreies Alibi nachweisen.

Mit Wirkung vom 25. Februar 2002 wird vom damaligen Innenminister Günter Beckstein eine neue Soko unter der Leitung von Kriminaldirektor Wolfgang Geier eingesetzt.

Der Verteidiger von Ulvi Kulac stimmt erneuten Vernehmungen zu; unter wahrheitswidrigem Vorhalt, man habe Blut des Mädchens an seiner Kleidung gefunden, bringt man Ulvi in stundenlangen, nervenaufreibenden Verhören zu einem Geständnis, das er jedoch widerruft.

In einem erfundenen Indizienprozess wird Ulvi wegen Mordes an Peggy Knobloch ohne jegliche Spuren, Beweise oder gar eine Leiche am 30.4.2004 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Die Revision des Bundesgerichtshofes gegen das Urteil wird mit Beschluss vom 25.1.2005 verworfen.

Die beim Bundesverfassungsgericht eingereichte Verfassungsbeschwerde wurde auf Grund der Fristversäumnis des Zwickauer Anwaltes Michael Windisch mit Beschluss vom 11.5.2005 nicht angenommen.

Mit Beschluss des Landgerichts Bayreuth vom 22. Juli 2011 wird Rechtsanwalt Michael Euler für ein Wiederaufnahmeverfahren als Pflichtverteidiger beigeordnet.

Am 4. April 2013 reicht der Verteidiger Michael Euler beim Landgericht Bayreuth den Antrag auf ein Wiederaufnahmeverfahren ein.

Am 20. November 2013 erteilt die Staatsanwaltschaft Bayreuth dem Landgericht Bayreuth die Empfehlung für eine Wiederaufnahme des Verfahrens.

Am 9. Dezember 2013 ordnet das Landgericht Bayreuth die Wiederaufnahme des Verfahrens an.

Am 10. April 2014 beginnt das Wiederaufnahmeverfahren.

In der Verhandlung vom 7. Mail 2014 verkündet das Gericht die Beendigung der Beweisaufnahme, die Urteilsverkündung wird am Mittwoch, den 14.5.2014 erwartet.

Am 14. Mai 2014 wird Ulvi Kulac durch das Landgericht Bayreuth des Mordes an Peggy Knobloch freigesprochen.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bayreuth wird der Gutachter Dr. Blocher aus Würzburg mit der Erstellung eines psychiatrischen/psychologischen Prognosegutachtens hinsichtlich der Freilassung von Ulvi Kulac beauftragt.

Dr. Blocher schätzt in seinem Gutachten vom 29.8.2014 Ulvi Kulac immer noch für gefährlich ein, kann dafür jedoch keinen Beweis erbringen.

Mit Wirkung vom 23. Oktober 2014 wird Rechtsanwalt Michael Euler wegen Passivität hinsichtlich der Freilassung von Ulvi Kulac aus der Psychiatrie Bayreuth das Mandat entzogen.

Mit Wirkung vom  29. Oktober 2014 wird Rechtsanwalt Thomas Saschenbrecker – Fachanwalt für Psychiatrie,  Unterbringung und Strafrecht – neuer Verteidiger von Ulvi Kulac

Am 8. Januar 2015 findet die Anhörung von Ulvi Kulac vor der Strafvollstreckungskammer Bayreuth statt, die auf der Grundlage des Gutachtens von Dr. Blocher eine weitere Unterbringung in den Raum stellt. 

Rechtsanwalt Saschenbrecker legt gegen den Beschluß vom 9.1.2015 Beschwerde beim OLG ein.

Mit Beschluß des OLG Bamberg vom 19.3.2015 wird der Beschluss der Vollstreckungskammer Bayreuth hinsichtlich einer weiteren Unterbringung aufgehoben.

Mit Wirkung zum 31.7.2015 wird die Unterbringung im Maßregelvollzug aufgehoben; Ulvi Kulac wird entlassen.

Am 31. Juli 2015 ist Ulvi Kulac frei; er bezieht ein kleines Appartement in einem Wohnheim für Behinderte mit Werkstatt.